05.06.2020

So bereiten Sie Ihren Webshop auf die MwSt.-Senkung ab 01. Juli vor

Die große Koalition hat im Rahmen eines Konjunkturpakets eine Absenkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Wir zeigen Ihnen, was diese Änderung für Nutzer der E-Commerce Lösung dynamic commerce bedeutet.
In der Theorie ist die Umstellung der MwSt.-Sätze mit wenigen Klicks erledigt. Damit zum Stichtag 01. Juli alles reibungslos funktioniert muss das Szenario jedoch im Vorfeld ausführlich getestet werden. Zudem sind abhängig von der Version Ihrer ERP- und Webshop-Software Anpassungen oder erweiterte Konfigurationen der Software erforderlich. Wir empfehlen Ihnen also sich so früh wie möglich mit dem Thema zu beschäftigen und sich mit den Experten Ihres ERP-Systemhauses und Ihren Ansprechpartnern bei dynamic commerce in Verbindung zu setzen. Allerdings besteht noch ein Restrisiko, dass die MwSt.-Senkung doch nicht wie geplant in Kraft tritt. Der Bundesrat muss der Änderung noch zustimmen und erste Verbände haben bereits Kritik an dem Vorhaben geäußert.

Wie richtet man die neuen MwSt.-Sätze für den Webshop ein?

Die Webshop-Software dynamic commerce übernimmt die MwSt.-Konfiguration aus dem ERP-Backend Microsoft Dynamics. Hier werden in der sogenannten MwSt.-Buchungsmatrix die MwSt.-Sätze für verschiedene Geschäftsbuchungsgruppen (EU, Inland, etc.) in Kombination mit verschiedenen MwSt.-Produktbuchungsgruppen (Volle MwSt., Reduzierte MwSt.) gepflegt. Wir empfehlen nicht einfach die Werte der vorhandenen MwSt.-Produktbuchungsgruppen im Feld MwSt. % zu verändern, sondern eine neue MwSt.-Produktbuchungsgruppe für den Zeitraum 01. Juli bis 31. Dezember anzulegen und diese mit den neuen Sätzen zu konfigurieren. Für die neuen Zeilen in der MwSt.-Buchungsmatrix können dann ggf. auch neue Sachkonten für Umsatzsteuer und Vorsteuer hinterlegt werden. Über die Funktion „Einrichtung der MwSt.-Satzänderung“ kann dann konfiguriert werden, dass die neuen MwSt.-Produktbuchungsgruppen in allen Artikeln, Sachkonten und Aufträgen konvertiert werden. Mit der nächsten Änderung der Webshop-Gesamtdaten gilt die Änderung dann auch für den Webshop. Wir empfehlen ein manuelles Gesamtdatenupdate direkt nach Konvertierung. Für Webshop-Versionen vor 2019 muss zusätzlich eine Software-Anpassung eingespielt werden damit die MwSt.-Sätze automatisiert übernommen werden und alle Textbausteine („Preis inkl. 19% MwSt.“) dynamisch generiert werden.

Wann muss die Umstellung erfolgen?

Die Konvertierung muss zum Stichtag 01. Juli erfolgen, in einigen Fällen empfiehlt sich die Umstellung bereits am Vorabend. Ansonsten würden Bestellungen über Nacht mit dem alten MwSt.-Satz entgegengenommen und am Folgetag mit dem neuen Satz fakturiert. D.h. der Kunde sieht auf der Bestellbestätigung andere MwSt.-Sätze als auf der späteren Rechnung. Wenn Sie im Zuge der Preisänderung Ihre Brutto-Preise verändern kann dies je nach Konfiguration sogar zu einem Unterschied Beträgen zwischen Online-Bestellung und Auftrag im ERP-System führen – dies gilt es vor allem im Zusammenhang mit Online-Zahlungen zu vermeiden. Generell gilt der MwSt.-Satz zum Zeitpunkt der Lieferung der Ware. Wenn Sie die Ware aus einer Webshop-Bestellung vom 25. Juni erst am 05. Juli liefern muss die Rechnung mit den neuen MwSt.-Sätzen fakturiert werden.

Was bedeutet die Änderung für die Artikelpreise im Webshop?

Ob Sie etwas an den Preisen verändern müssen hängt von der Grundeinstellung des Systems ab. Pflegen Sie Ihre Preise inkl. MwSt. müssen Sie diese nur ändern wenn Sie die reduzierten MwSt. Sätze an Ihre Kunden in Form von reduzierten Preisen weitergeben möchten. Pflegen Sie Ihre Preise aktuell exkl. MwSt. würden sich diese im gesamten Shop mit der Änderung des MwSt.-Satzes reduzieren. Wenn Sie dies nicht möchten und somit durch die neue Regelung Ihre Marge erhöhen müssten Sie die Preise exkl. MwSt. entsprechend erhöhen. Die Frage zu Preisänderungen stellt sich vornehmlich für Endkundenwebshops - in b2b-Webshops wird die MwSt. üblicherweise nur im Bestellprozess ausgewiesen, ansonsten werden an allen Stellen Nettopreise angezeigt. Für Ihren b2b-Webshop müssen Sie also in der Regel keine Preisänderungen durchführen.

Wie kann ich die Umstellung im Vorfeld testen?

Um die Änderung des MwSt.-Satzes in vollem Umfang testen zu können benötigen Sie ein Testsystem von Microsoft Dynamics und dem Webshop.

Folgende Bereiche Ihres Webshop sollten getestet werden:
  • Artikelübersicht
  • Artikeldetailansicht
  • Warenkorb
  • Bestellzusammenfassung
  • E-Mail Bestellbestätigung
  • Bestellungsübersicht im Kundenkonto
  • Belegarchiv im Kundenkonto
  • Auftrag im ERP-System
  • Rechnung im ERP-System

Wir empfehlen Testbestellungen mit folgendem Fällen:
  • Artikel mit voller MwSt.
  • Artikel mit reduzierter MwSt.
  • Versandkosten
  • Gutschein

Steht Ihnen kein Testsystem zur Verfügung können wir Sie bei der Erstellung unterstützen oder Ihnen für den Webshop eine Anpassung integrieren mit der Sie die Änderung des MwSt.-Satzes im Livesystem für Ihre aktuelle Session (Also nur auf Ihrem Rechner) testen können.

Wer kann Sie bei der Umstellung unterstützen?

Für die Umstellung der MwSt.-Sätze in Microsoft Dynamics unterstützen Sie üblicherweise die Experten Ihres Dynamics Partners. Für die Vorbereitung des Webshops steht Ihnen Ihr Key Account Ansprechpartner und unser Team Customer Care zur Seite.
 
Hotline: +49 9221 9652-105
Support-Portal: support.dc-solution.de