18.09.2018
Amazon-Optimierung
Der Begriff Amazon-SEO hat in den letzten Jahren einen sehr starken Zuwachs an Aufmerksamkeit erfahren. Wir erklären Ihnen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und warum die Produkt-Optimierung eine entscheidende Rollte spielt.

Google-SEO vs. Amazon-SEO

Generell führt der Term „Suchmaschinenoptimierung“ stets zu einem Vergleich mit Google-SEO. Basierend darauf kann die Bedeutung einer separaten Suchmaschinenoptimierung zwischen Google und Amazon schnell verloren gehen. Das kann dazu führen, dass, z. B. Ergebnisse aus der Keyword-Recherche für Google, 1:1 auf Amazon adaptiert werden. Jedoch zeigt bereits ein Blick auf die Suchintentionen für beide Plattformen, dass eine SEO-Optimierung auf Amazon nicht mit der von Google übereinstimmen sollte.

Generell können für Google die folgenden Suchintentionen des Kunden unterschieden werden:
  • Informationsorientierte Suchanfragen
    Bei diesen Anfragen liegt der Fokus des Suchenden auf die Beantwortung einer Problem- bzw. Fragestellung
  • Transaktionsorientiere Suchanfragen
    Diese Suchanfragen verfolgen das primäre Ziel eines Kaufabschlusses oder eines Produktvergleiches
  • Navigationsorientiere Suchanfragen
    Im Rahmen dieser Anfragen werden Informationen über Destinationen oder Personen gesucht. (z. B. Nike Schuhe OTTO)

Für Suchanfragen auf Amazon können informations- und navigationsorientierte Intentionen generell ausgeschlossen werden, da der Kunde primär transaktionsorientiere Suchanfragen stellt. Dieser erste Einblick zeigt bereits, dass beispielsweise eine für Google genutzte Keywordliste nicht zwingend auf Amazon übertragen werden kann.

Des Weiteren spielen Faktoren, wie die Keyworddichte keine Rolle für Amazon. Das heißt, dass der Amazon A9-Algorithmus Wiederholungen von Keywords ignoriert. Ein zentrales Argument, dass sich die Algorithmen von Google und Amazon in ihrer grundlegenden Ausrichtung unterscheiden, findet sich in deren allgemeinen Zielsetzung. Bei Google sollen dem Kunden vor allem solche Ergebnisse angezeigt werden, welche für ihn die relevantesten Informationen bereitstellen und die beste User Experience liefern. Amazons Interesse hingegen liegt primär auf dem Abschluss von Verkäufen, da sie für jeden Verkauf über den eigenen Marktplatz eine Provision erhalten.

Wie man aus diesen Punkten bereits erkennt, gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Google und Amazon, welche dazu führen, dass Google-SEO nicht mit Amazon-SEO gleichgesetzt werden sollte.
 

Funktionalität des Amazon A9-Algorithmus

Hinsichtlich der Funktionsweise des A9-Algorithmus ist es zentral zu verstehen, dass Amazon primär an dem Verkauf von Produkten interessiert ist. Vereinfacht gesagt kann die Funktionsweise des A9-Algorithmus wie folgt beschrieben werden:

„Der Verkäufer muss sicherstellen, dass sein Produkt für unterschiedliche Suchanfragen auf Amazon indexiert wird und dass Amazon dem Produkt eine hohe Kaufwahrscheinlichkeit zuordnet.“

Hierbei wird allgemein zwischen zwei Faktorengruppen unterschieden, die eine Relevanz für das Ranking auf Amazon haben:
  • Relevanzfaktoren
    Inwiefern passt das Produkt zu den Suchanfragen des Kunden
  • Perfomancefaktoren
    Produkte, die sich in der Vergangenheit bereits oft verkauft haben, haben in der Regel eine höhere Wahrscheinlichkeit auf einen zukünftigen Verkauf und werden daher auch vom Amazon Algorithmus besser gerankt.
 

Relevanzfaktoren

Hierunter versteht man allgemein die Positionierung der Keywords auf der Produktdetailseite. Amazon weist den unterschiedlichen Positionen verschiedene Relevanz-Gewichtungen zu:
  • Produkttitel
    Der Produkttitel ist für Keywords am relevantesten
  • Amazon Meta-Keywords
    Hier können bis zu 250 Zeichen an Keywords genutzt werden. Der große Vorteil ist, dass diese dem Kunden nicht angezeigt werden und lediglich dem A9- Algorithmus dienen
  • Bullet-Points und Produktbeschreibung
    Diese beiden Punkte eignen sich ebenfalls, um Keywords zu platzieren, jedoch sollte der primäre Fokus hier auf der Conversion liegen.

Keywords, welche im Titel positioniert sind, werden sehr stark vom Kunden wahrgenommen und haben somit auch die höchste Relevanz für den A9-Algorithmus. Im Anschluss daran finden sich mit abnehmender Relevanz die Meta-Keywords sowie die Keywords in den Bullet-Points und der Produktbeschreibung.

Eine erste Schlussfolgerung, die hieraus gezogen werden kann, ist, dass wichtige Keywords im Titel vorkommen sollten.
 

Perfomancefaktoren

Diese Faktorengruppe umfasst alle Aspekte, die Einfluss auf die Conversion und die Produktverkäufe haben. Hierbei bietet sich eine Aufteilung in die folgenden Einflussgrößen an:
  • Verkaufsrang
    Wie oft hat sich ein Produkt im Vergleich zu Produkten aus der gleichen Kategorie verkauft
  • Lieferbarkeit und Versandkosten
    Schnelle und kostenfreie Lieferung werden vom Kunden und somit auch von Amazon präferiert
  • Amazon Prime
    Die Nutzung von Amazon Prime kann zu einer Erhöhung der Conversion führen, da der Kunde  Amazon-Prime hohes Vertrauen schenkt
  • Produktbewertungen
    Diese haben einen sehr starken Einfluss auf das Ranking, da sie dem Kunden bei der Kaufentscheidung helfen. Positive Bewertungen führen in der Regel zu einer höheren Click-Through Rate (CTR) und einer höheren Conversion.
  • Feedbackverlauf und Händlerbewertungen
    Der wichtigste Aspekt für Amazon ist die Sicherstellung eines guten Einkaufserlebnisses für den Kunden. Daher ist es für Amazon auch relevant, wie die Kunden den Händler bewertet haben.
 

Produktbilder

Produktbilder haben einen zentralen Einfluss auf die CTR und die Conversion. Somit sind sie eine wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Verkauf auf Amazon. Die folgende Heatmap zeigt, was Kunden innerhalb der ersten Sekunden auf einer Suchergebnisseite wahrnehmen.

Heatmap Amazon

Wie sich zeigt, liegt der Kundenfokus innerhalb der ersten Sekunden vor allem auf dem Produktbild und dem Titel. Daher sollten Bilder nach den allgemeinen Guidelines optimiert sein:
  • Mindestauflösung von 1000 x 1000 Pixel, damit Kunden die Zoom-Funktion nutzen können
  • Weißer Hintergrund
  • Nutzung von Detailbildern
 

Fazit

Wie sich zeigt, reicht ein simples Produktlisting ohne entsprechende Optimierung für einen erfolgreichen Verkauf auf Amazon kaum noch aus. Es wird immer wichtiger, vor allem auch mit Hinblick auf das stetig wachsende Sortiment auf Amazon, die Produkte zu optimieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Kunde das Produkt des Verkäufers überhaupt auf Amazon findet und es zu einem Kaufabschluss kommen kann.


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